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Warum ist die Menopause am Arbeitsplatz ein Tabu?

Die Menopause, auch Wechseljahre genannt, ist ein natürlicher Lebensabschnitt, der mit erheblichen körperlichen und psychischen Veränderungen einhergeht. Während sie im gesellschaftlichen Diskurs zunehmend diskutiert wird, bleibt sie am Arbeitsplatz oft ein Tabuthema. Dies ist vor allem deshalb problematisch, weil die Wechseljahre bei Frauen während ihrer aktiven Berufsjahre eintreten. Mária Koch ist Menopausenforscherin und Gründerin einer Unternehmensprogrammreihe auf HR Portal.

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Das Klimakterium ist in der Gesellschaft immer noch ein stark stigmatisiertes Thema, und das betrifft auch den Arbeitsplatz. Solange die Wechseljahre mit Alterung, Abwertung und verminderter Arbeitsfähigkeit assoziiert werden, kann dies nur zu negativen Wahrnehmungen führen. Die meisten Frauen befürchten zu Recht, dass sie als schwächer, weniger produktiv oder unzuverlässig angesehen werden, wenn sie sich aufgrund von Wechseljahrsbeschwerden in einer schwierigen Lebensphase befinden.



Außerdem können negative Kommentare oder Diskriminierung, die sie bereits am Arbeitsplatz erfahren haben, ihre Ängste noch verstärken. Die Frauen haben Angst, dass ihre Offenheit weitere negative Folgen haben könnte, wenn sie von ihrer Situation erzählen.



Das Problem, das nicht sein sollte



An vielen Arbeitsplätzen mangelt es an ausreichendem Wissen und Aufklärung über die Wechseljahre, so dass die Ursache für falsche Vorstellungen auf einen Mangel an Bewusstsein zurückzuführen ist. Führungskräfte wissen nicht wirklich, welche Auswirkungen die Wechseljahre auf die Arbeitnehmer haben und wie sie sie unterstützen können. Das Thema wird vor allem aufgrund mangelnder Informationen vernachlässigt.

Für mich ist es auch eine große Erkenntnis, dass hierzulande das Interesse immer noch meist dann geweckt wird, wenn die Personalleiter oder einige der leitenden Angestellten in die Wechseljahre kommen. Vor allem in dieser Zeit kommen sie zu mir, um gemeinsam nachzudenken und um konkrete Hilfe zu bitten, und seltener wird das Interesse an dem Thema als Teil der Unternehmenskultur geweckt, entweder mit einem Wohlfühl- oder ESG-Fokus. Dabei ist das Klima ein komplexes Thema mit einem Gesundheits- und damit Personalfokus, das alle Ebenen des Unternehmens betrifft.



Die meisten Frauen empfinden Scham und Angst am Arbeitsplatz, wenn sie in die Wechseljahre kommen



Die Zeit in den Wechseljahren ist oft sehr lang, bis zu 8-12 Jahre. Das ist viel zu lange, als dass eine symptomatische Arbeitnehmerin eine gleichbleibend hohe Leistung erbringen könnte, ohne ihre Symptome verbergen zu müssen.

In den meisten Fällen ist dies jedoch der Fall, wenn das Thema bei den Betroffenen Scham und Angst auslöst.

Konkurrenzfähigkeit und jugendliche Dynamik sind wichtige Werte am Arbeitsplatz, aber Frauen in den Wechseljahren können das Gefühl haben, diesen Erwartungen nicht gerecht werden zu können.



In unserer Umfrage 2023 haben wir 120 Frauen des mittleren Managements befragt, wie sehr ihre Beschwerden ihren Arbeitsalltag beeinträchtigen. Es ist klar, dass das Problem dominant ist und die Art und Weise bestimmt, wie Frauen mit sich selbst und ihrer Umwelt umgehen. Die Frage ist, wer sich traut, über die eigenen Erfahrungen transparent zu sprechen, oder welches Arbeitsumfeld beginnt, das Problem proaktiv zu entschlüsseln. Oder ist es einfacher, sich krank zu melden, wenn sich keine Lösung abzeichnet?

Oder ist es einfacher, sich krank zu melden, wenn sich keine Lösung abzeichnet?

Sind Sie bereit, die Initiative zu ergreifen, wenn der Arbeitsplatz proaktiver ist?

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Helloklimax®-Programm Befragung von 120 Frauen des mittleren Managements zwischen 02-05 2023



Klimax ist ein komplexes Problem mit vielen Nebeneffekten und muss am Arbeitsplatz behandelt werden
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Die Behandlung der Menopause als Tabuthema am Arbeitsplatz ist auf komplexe soziale, kulturelle und psychologische Faktoren zurückzuführen. Damit sich dies ändert, sind eine offenere Kommunikation, Information, Aufklärung und Unterstützung erforderlich.



Manager und Entscheidungsträger müssen sich der Bedeutung des Klimawandels bewusst sein, denn die Bindung und Zufriedenheit von Frauen am Arbeitsplatz wirkt sich direkt auf die Unternehmensleistung aus. Ein Mangel an angemessener Unterstützung kann sich nicht nur negativ auf die Gesundheit und Leistung der Mitarbeiter auswirken, sondern auch die Fluktuation erhöhen, die Produktivität verringern und die Arbeitsmoral verschlechtern.



Was liegt im Interesse eines Unternehmens, wenn es um den Klimawandel geht?



Aus Unternehmenssicht bietet der Umgang mit dem Klimawandel erhebliche Vorteile. Unternehmen, die sich proaktiv mit den Herausforderungen der Menopause auseinandersetzen, können die Gesundheit ihrer Mitarbeiter verbessern und deren Zufriedenheit und Loyalität erhöhen. Dies ist eine Investition, die sich kurzfristig durch eine geringere Personalfluktuation, eine höhere Produktivität und eine bessere Unternehmenskultur auszahlt. Wir wissen heute, dass ein förderliches Arbeitsumfeld die Bindung an das Unternehmen erhöht, Stress reduziert und längerfristig zu gesundheitlichen Verbesserungen führt.



Der Umgang mit dem Klimawandel am Arbeitsplatz ist nicht nur für das Wohlbefinden der Frauen wichtig, sondern auch für den Erfolg und die Nachhaltigkeit des Unternehmens. Personalleiter und Entscheidungsträger müssen die Bedeutung des Klimas erkennen und geeignete Strategien entwickeln, um ein förderliches Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter zu gewährleisten.



Maria Koch

Employer-Branding-Beraterin

Menopausenforscherin

Gründerin des helloklimax®-Programms und des Unternehmensprogramms und Preises "Goodbye, hello!"



Der Autor


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