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Vom HR-Direktor zum CEO - Wie wird sich die Rolle der Personalabteilung am Arbeitsplatz der Zukunft verändern?

Der Personalbereich wird in den kommenden Jahrzehnten mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert sein, deren Ursprung, was nicht überrascht, in der Gegenwart liegt. Dazu gehören demografische (Alterung der Gesellschaft) und kulturelle Veränderungen, Migration, psychische Gesundheit, soziale Polarisierung und die Herausforderungen der technologischen Entwicklung. Dr. Gábor Varjasi, HR-Direktor eines multinationalen Unternehmens im Vereinigten Königreich und außerordentlicher Professor an der METU, sprach über all dies im Rahmen des von Business Coach Ltd. organisierten sHaRe-Programms.

Varjasi Gábor, HR igazgató-

Die Nutzung der Technologie und die Diversifizierung sind heute die drängendsten Fragen im Personalwesen. Einerseits die technologischen Entwicklungen zu unserem Vorteil zu nutzen, andererseits aber auch Grenzen zu setzen, damit sie nicht auf Kosten unserer Menschlichkeit gehen", so Gábor Varjasi. Heute ist es auch so, dass künstliche Intelligenz den Mitarbeitern auf der Grundlage der von ihnen gelieferten Informationen ein Feedback gibt, weil dies schneller und effizienter ist. Aber ist das der Weg in die Zukunft? Der persönliche Charakter des Feedbacks ist ein ernsthaftes Bindeglied zwischen dem Mitarbeiter und dem Vorgesetzten oder dem Unternehmen, und es macht einen Unterschied, ob der Kollege ein Feedback von jemandem erhält, der ihn kennt und weiß, was er tut, wie er es tut und unter welchen Umständen. Dies kann ein wichtiger Wendepunkt sein, wenn es darum geht, wo wir beim Einsatz von KI die persönliche Beziehung loslassen.



Es gibt einige Prozesse, bei denen KI eine wirklich große Hilfe sein kann, etwa bei der Talentakquise und dem Talentmanagement. Man kann einen guten LinkedIn-Post schreiben oder eine Rekrutierungskampagne mit ihrer Hilfe steuern. Laut Gábor Varjasi müssen Unternehmen selbst entscheiden, welche Bereiche in menschlicher Hand bleiben sollen.



Der Personalleiter nannte eine Reihe von Herausforderungen, deren Auswirkungen bereits jetzt spürbar sind, sich aber in den kommenden Jahrzehnten, insbesondere bis 2040, verschärfen werden. Zum Beispiel:



- Die Globalisierung, die interkulturelle Fragen am Arbeitsplatz in den Mittelpunkt rückt, muss in die Unternehmensprozesse integriert werden, was keine leichte Aufgabe ist. Sensibilisierung und Schulung müssen im Vordergrund stehen, vor allem, wenn es im Unternehmen keine Tradition gibt.



- Die demographische Situation, die es unumgänglich macht, sich mit der älteren Generation auseinanderzusetzen, ihr Wissen zu erhalten und bewusst zu nutzen. Nach Europa und Japan werden bis 2050 zunächst China und dann Indien altern. In alternden Gesellschaften ist es wichtig, über eine Verlängerung der Erwerbskarrieren nachzudenken, nicht nur um die Nachhaltigkeit der Rentensysteme zu gewährleisten, sondern auch um die Isolation zu verringern. Für die Unternehmen bedeutet dies auch, mehr Generationen zusammenzuhalten und den Arbeitsplatz zu "verwalten".



- Vielfalt ist ebenfalls ein zentrales Thema, sei es kulturell, altersmäßig oder unter vielen anderen Aspekten. Und sie kann ein großer Gewinn für ein Unternehmen sein,



- Die Schaffung einer authentischen Unternehmenskultur und die Rolle der Führungskräfte in diesem Zusammenhang ist entscheidend. Die Werte des Unternehmens müssen tagtäglich vermittelt werden, schon allein deshalb, weil die Bewerber sich dieses Themas zunehmend bewusst werden und diese Werte für sie bei der Wahl eines Arbeitsplatzes entscheidend sind.



- Resilienz wird eine Schlüsselkompetenz für Führungskräfte sein, denn sie müssen das Veränderungsmanagement beherrschen, alle Nuancen des EQ kennen und die soziale Verantwortung nicht außer Acht lassen.



- In Bezug auf Beschäftigungsmuster werden die Unternehmen auch flexibel sein müssen, denn wie Sie sagten, wird es Menschen geben, die beschäftigt werden müssen, selbst wenn dies in Stunden gemessen wird, doch die Integration des von ihnen mitgebrachten Wissens wird unvermeidlich sein.

- Die Unsicherheit und Unbeständigkeit der Außenwelt führt zu Ängsten, kulturell, emotional und in Bezug auf Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Daher muss auch dem Wohlbefinden oder der Gesundheit am Arbeitsplatz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.



Nach dem Vortrag schlossen sich die Zuhörer des sHaRe-Programms der Diskussion an und erzählten unter anderem, in welchen Bereichen KI in ihren Unternehmen bereits eingesetzt wird. In einigen Fällen wird sie für die interne Kommunikation, das Schreiben von Anzeigen und Übersetzungen eingesetzt. In anderen wurde sie in der Personalabteilung, bei der Beantwortung von Fragen der Mitarbeiter und an mehreren Stellen bei der Personalbeschaffung eingesetzt.



Es wurde sogar erwähnt, dass KI eine wichtige Funktion in der Geschäftsprognose haben könnte, sei es für die Personalfluktuation oder die Geschäftsplanung. Mit den richtigen Daten kann sie zum Beispiel auch Antworten darauf geben, auf wen ein Manager oder die Personalabteilung in einem bestimmten Monat achten muss, um den Verlust eines Kollegen zu vermeiden.



In der Diskussion wurde auch darauf hingewiesen, dass derartige Fortschritte in der Technologie und ihre Nutzung jedoch auch ernsthafte Sicherheitsrisiken mit sich bringen, mit denen sich die Unternehmen auseinandersetzen müssen. Die Personalverantwortlichen wiesen darauf hin, dass Positionen und Berufe im Zusammenhang mit der Cybersicherheit in Zukunft sehr gefragt sein werden und denjenigen, die über Fähigkeiten und Erfahrungen in diesem Bereich verfügen, eine große Karrierechance bieten könnten.



Insgesamt scheint es, dass die Rolle der Personalabteilung komplex und wichtig sein wird, da sie mit vielen Ebenen und Problemen zurechtkommen muss. Es ist auch möglich, dass die Personalleiter zunehmend in die Nachfolgeplanung einbezogen werden, da soziale und kulturelle Fragen eine größere Rolle bei Unternehmensentscheidungen verlangen.



Foto von Gábor Varjasi