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Generalstreik wegen der Einführung niedrigerer Renten und der Anhebung des Rentenalters

Belgien wurde am Montag durch den dritten Generalstreik des Jahres lahmgelegt. Arbeitnehmer in zahlreichen Sektoren beteiligten sich an der Arbeitsniederlegung, was zu erheblichen Störungen im Verkehr, in der Produktion und im öffentlichen Dienst führte.

Nach Angaben der belgischen Gewerkschaften, die den landesweiten Streik organisiert haben, richtet sich die Aktion vom Montag gegen die von der föderalen Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Rentenreform. Sie sagen, dass die Pläne, niedrigere Renten und ein höheres Rentenalter einzuführen, ungünstige Bedingungen für die Arbeitnehmer schaffen würden, die auch zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen führen würden.



Nach Angaben des Nachrichtenportals The Brussels Times verließen am Montag keine Passagierflüge den Brüsseler Flughafen Zaventem und auch der Flughafen Charleroi war geschlossen. Brussels Airlines konnte nur einige wenige ankommende Flüge landen, die meisten der geplanten 200 Flüge fielen aus.



Auch der öffentliche Nahverkehr war stark eingeschränkt: In Brüssel gab es nur eine U-Bahn-Linie und eine begrenzte Anzahl von Straßenbahn- und Buslinien. In Flandern verkehrte nur die Hälfte der Busse und Straßenbahnen, während in Wallonien der Verkehr vollständig eingestellt wurde.

Ein einziger Bus- und Straßenbahndienst war in Betrieb.

Auch die internationalen Bahnverbindungen waren gestört: Die Hälfte der Eurocity-Verbindungen zwischen Brüssel und Amsterdam wurde gestrichen und andere internationale Verbindungen, wie der TGV nach Straßburg, waren komplett blockiert.



Die Auswirkungen des Streiks erstreckten sich auch auf viele andere Bereiche der Wirtschaft. Auch in den Werken des belgischen Bierriesen AB InBev in Leuven, Hoogarden und Jupille legten die Beschäftigten die Arbeit nieder. Die Gewerkschaften, die die Beschäftigten des Unternehmens vertreten, haben sich über Überlastung und Unterfinanzierung beklagt.



Der flämische Arbeitgeberverband Voka erklärte, der Streik werde "irreparable wirtschaftliche Schäden" verursachen, die auf 300 bis 500 Millionen Euro geschätzt werden. Der Präsident des Verbandes, Hans Maertens, warnte auch vor einem schlechteren internationalen Image der belgischen Wirtschaft.



Der Streik hat sich auch auf die belgischen Gefängnisse ausgewirkt, in denen die Mindestdienstleistungen in mehreren Einrichtungen reduziert wurden. Die Polizei und das Rote Kreuz mussten hinzugezogen werden, um die Dienste aufrechtzuerhalten.



In Brüssel und Antwerpen gingen Hunderte von Kulturschaffenden und Künstlern auf die Straße, um gegen die geplanten Reformen der Sozialversicherung und die Umstrukturierung des Künstlerstatus zu protestieren.



Einige große Unternehmen, wie die Stahlwerke von ArcelorMittal und Volvo, wurden ebenfalls bestreikt. Auch der Seeverkehr in Belgien ist nahezu zum Erliegen gekommen.



Die Arbeitsniederlegung dauerte bis 22:00 Uhr am Montag.


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